Die Logistik-Märkte im Überblick
Aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Eisenbahn, Container und Wechselaufbauten
Wirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft befindet sich seit Jahrzehnten in der langfristigen Betrachtung in einem langanhaltenden Wachstum. Wichtige Beiträge dazu leisten die fortschreitende Globalisierung, der Ausbau internationaler Handelsbeziehungen und die zunehmende Digitalisierung. Die Entwicklung der Weltwirtschaft verläuft jedoch nicht geradlinig, sondern zyklisch. Unterschiedliche Faktoren können das Wachstum unterbrechen und zu einem

vorübergehenden Rückgang des Welthandels und der Wirtschaftsleistung führen.
Im Jahr 2020 bremsen die Covid-19-Pandemie und die weltweit von den Regierungen verordneten Beschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Geschehens die Konjunktur. Die Pandemie und der „Lockdown“ haben die Weltwirtschaft in eine Rezession gestürzt, deren Ausmaß noch nicht feststeht. Die USA, die EU und die Nationalstaaten sowie

Notenbanken und Institutionen wie der Internationale Währungsfonds haben zahlreiche Konjunkturprogramme beschlossen. Die Ökonomen rechnen nicht zuletzt deshalb aktuell mit einer raschen Rückkehr des Wirtschaftswachstums und mit einem starken Anstieg der Weltwirtschaftsleistung im Jahr 2021.

Entwicklung der Weltwirtschaft

Quelle: Internationaler Währungsfonds

Der Markt für Güterwagen und Schienenlogistik

Die Politik fordert und unterstützt auf europäischer wie auf nationalstaatlicher Ebene die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Die wichtigsten Motive sind einerseits die Reduktion der umweltschädlichen Emissionen (z. B. CO2, Feinstaub) und andererseits die Entlastung der von Lkw überfüllten Straßen. Deshalb nimmt in der integrierten Verkehrspolitik der umweltfreundliche Schienenverkehr zur Güterbeförderung einen hohen Stellenwert ein.

Der Ausbau des Schienengüterverkehrs erfordert laufend Investitionen in die Schiene. In Deutschland wurden in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Im „Masterplan Schienengüterverkehr“ ist beispielsweise eine Absenkung der Trassenentgelte im Schienengüterverkehr als

notwendige Sofortmaßnahme verankert worden. Für das Jahr 2018 wurden dafür EUR 175 Mio. und ab 2019 jährlich EUR 350 Mio., sowie EUR 175 Mio. im Jahr 2023, im Bundeshaushalt eingeplant. Vor allem die Liberalisierung des EU-Bahnmarkts ermöglichte eine deutliche Verschiebung der Marktanteile der Eisenbahnverkehrsunternehmen. Der Schienengüterverkehr und insbesondere die Investitionen in neues Equipment wird immer mehr von privaten, international tätigen Eisenbahnverkehrsunternehmen und Vermietern übernommen.

Der Anteil der Fahrzeuge, die Vermietungsgesellschaften gehören, ist stark gewachsen. Das verdeutlichen exemplarisch die Zahlen der DB Cargo: Der Güterwagenbestand ist seit dem Jahr 2000 von 120.000 auf 65.000 bahneigene Wagen gesunken. Die Entwicklung

wird unter anderem mit einer „um rund 15 bis 20 % verbesserten Einsatzeffizienz von Güterwagen“ und mit „der Verwertung nicht mehr wirtschaftlich einsetzbarer bzw. nicht mehr nachgefragter Güterwagen“ begründet. Im Vergleich dazu wird die Flotte der privaten Bestandshalter und Vermieter kontinuierlich größer. Experten erwarten, dass der Anteil der Vermietungsgesellschaften von 36 % im Jahr 2018 auf 45 % im Jahr 2025 steigen wird. Demzufolge soll der Güterwagenbestand der Vermieter jährlich um 2,2 bis 2,5 % zunehmen.

Seit 2011 wurden jedes Jahr bis zu eine EUR 1 Mrd. in neue Güterwagen investiert. Während private Vermietungsgesellschaften, die laufend investieren, über vergleichsweise moderne und junge Flotten verfügen, halten die großen (Staats-) Bahnen relativ alte Flotten vor.

Entwicklung des deutschen Schienengüterverkehrs

Der Containermarkt

Rund 90% des weltweiten Warenverkehrs werden auf dem Seeweg abgewickelt. Das containerisierte Handelsvolumen steigt durch die Globalisierung und den Welthandel kontinuierlich an. In den vergangenen drei Jahren nahm das in Containern transportierte Frachtvolumen um 6,7% auf 1,9 Mrd. Tonnen im Jahr 2019 zu. Die weltweite Containerflotte bestand Ende 2019 aus rund 42,2 Mio. TEU. Der Anteil der Leasing-Container an der Gesamt-Containerflotte ist dabei von historisch betrachtet stets weniger als 50% bis Ende 2019 auf 52,4% gestiegen. Das bedeutet, dass die Vermieter in den vergangenen Jahren wesentlich mehr in Container investiert haben als die Transporteure.

Die Containerpreise

Neben Angebot und Nachfrage wirken sich insbesondere der Stahlpreis und die Lohnkosten in Fabriken unmittelbar auf die Neubaupreise aus. Die Stahlkosten machen zwischen 40 und 60% des Fabrikpreises aus. Gleichwohl bewegen sich die Containerpreise zyklisch.

In den vergangenen 25 Jahren befanden sich die Neupreise für einen 20-Fuß-Standardcontainer in einem Korridor von rund 1.300 bis 2.900 US-Dollar. Im Jahr 2019 fiel der Neupreis auf durchschnittlich 1.750 US-Dollar, nachdem die Nachfrage bei den Herstellern im Vergleich zum Jahr 2018 deutlich geringer war. Im ersten Quartal 2020 haben die Neucontainerpreise aufgrund der natürlichen Abgänge (5 bis 7 % pro Jahr des Weltbestandes im maritimen Einsatz) und der infolge der Covid-19-Pandemie geringeren Neubauzahlen chinesischer Hersteller deutlich angezogen. Laut Harrison Consulting kostete ein 20-Fuß-Standardcontainer im März 2020 im Durchschnitt wieder mehr als 2.100 US-Dollar.

Die Containermieten

Im Jahr 2019 sind die Mieten gesunken. Bei neuen 20-Fuß-Standardontainern gingen sie auf durchschnittlich 0,43 US-Dollar und bei neuen 40-Fuß-High-Cube-Containern auf durchschnittlich 0,74 US-Dollar zurück.

Performance des Leasingmarkts

Die Auslastung der mietbaren Container war in den vergangenen Jahren außerordentlich hoch. Die Flotten waren 2018 und 2019 zu 97 bis 98% vermietet. Das entspricht praktisch einer Vollauslastung des Leasingmarkts. 2016 und 2017 lag die Auslastung zwischen 92 und 97%.

Internationale Leasingmanager

Der Leasingmarkt wird von vier großen Managementgesellschaften dominiert. Marktführer ist die börsennotierte Gesellschaft Triton, die 28% aller vermietbaren Container verwaltet. Die Nummer Zwei auf dem Markt ist Florens (Markanteil 17%), gefolgt von Textainer (16%) und Seaco (10%).

Der Container-Umschlag

(Werte in Millionen TEU, Quelle: Alphaliner, Monthly Monitor 6/2020)

Der Markt für Wechselaufbauten

Der rege Internethandel treibt den Logistikmarkt in neue Höhen und fordert auch auf dem Landweg die Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) heraus. Die deutsche Branche hat nach Angaben ihres Bundesverbandes BIEK im Jahr 2019 ihren Umsatz um 4,4 Prozent auf 21,3 Milliarden Euro gesteigert. Analog zum Containerverkehr verzeichnet der KEP-Markt ein langfristiges Wachstum. Seit 2000 haben sich die transportierten Sendungen mehr als verdoppelt. 2019 gab es 3,65 Milliarden Paket-, Kurier- und Expresssendungen. Pakete machen mehr als 84 Prozent aller Sendungen aus.

Trotz der wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie soll es auch mittelfristig beim Wachstumskurs bleiben. Die genauen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind zwar noch nicht absehbar, jedoch geht der Branchenverband BIEK davon aus, dass kein Ende des Wachstums abzusehen ist und dass die B2B-Sendungen mit der prognostizierten wirtschaftlichen Erholung der Märkte nach der Covid-19-Pandemie künftig wieder zulegen werden. Der BIEK hat prognostiziert, dass das Sendungsvolumen bis 2024 um 3,6 bis 4,2 Prozent pro Jahr zunimmt.

Um dieses Wachstum bewältigen und die Nachfrage befriedigen zu können, benötigen die Spediteure hohe Transportkapazitäten. Der Wechselkoffer (auch Wechselbehälter genannt) ist in Mitteleuropa ein wichtiges Glied in der Logistikkette. Mehr noch: er gilt mittlerweile als systemrelevant. Nicht ohne Grund meldete der führende Hersteller von Wechselkoffer, die Krone-Gruppe, für das Geschäftsjahr 2018/2019 einen neuen Rekordumsatz in Höhe von 2,24 Milliarden Euro.